Dialog mit der Politik gesucht – VDMA lädt NRW-Hochschulen zum Erfahrungstausch

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Lehrende und Qualitätsverantwortliche nordrhein-westfälischer Hochschulen sind auf Einladung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Dortmund zu einem „Erfahrungsaustausch (ERFA) Maschinenhaus“ zusammengekommen. Das Treffen ist der erste ERFA auf regionaler Ebene; einen ERFA, in dem sich Hochschulvertreter  aus ganz Deutschland treffen, gibt es bereits seit Ende 2012. „Im Rahmen unserer Maschinenhaus-Initiative für Studienerfolg in den Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik bieten wir den Hochschulen damit ein Forum, in dem sie aktuelle Fragen rund um das Thema Qualitätsmanagement und Lehre diskutieren können“, erläuterte Dr. Norbert Völker, Maschinenhaus-Projektleiter beim VDMA.

Der VDMA setzt aber nicht nur auf den Austausch mit den Hochschulen, sondern sucht auch den Dialog mit der Politik. Deshalb waren zum ERFA in Dortmund auch Vertreter des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministeriums eingeladen. „Auf der Basis unserer Untersuchungen zum Studienerfolg und der Erkenntnisse, die wir vor Ort in den Hochschulen sammeln, werden wir mit der Politik Vorschläge diskutieren, was aus Sicht unseres Verbandes getan werden muss, damit die hochschulpolitischen Rahmenbedingungen stimmen“, betonte Hans-Jürgen Alt, Geschäftsführer des VDMA-Landesverbands NRW. „Dass Spitzenlehre genauso wichtig wie Spitzenforschung ist, muss sich in strukturellen Maßnahmen und in der Förderpolitik widerspiegeln.“ Durch den direkten Dialog mit den Hochschulen und der Politik kann der VDMA als größter Branchenverband die Spezifika des Maschinenbaus und der entsprechenden Studiengänge besonders gut vermitteln.

In seiner seit Januar 2012 laufenden Initiative „Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ unterstützt der VDMA die Hochschulen in ihren Bestrebungen, mehr Studierende zum Studienerfolg zu führen. „Eingangs haben wir umfassend untersucht, inwieweit die Hochschulen auf den Studienerfolg der angehenden Ingenieure ausgerichtet sind“, erläuterte Dr. Ulrich Heublein vom Deutschen Zentrum für Hochschulentwicklung das Vorgehen. „Als ein wichtiges Element haben wir eine neue Form der Betreuung und Lehre identifiziert, die sich am studentischen Lebenslauf orientiert und durch dezentrale Akteure der Qualitätssicherung im Zusammenspiel mit den Lehrenden getragen wird.“

Im Rahmen von Transfer-Projekten bringen der VDMA und seine Projektpartner dieses Modell derzeit in die Hochschulpraxis. Empfehlungen werden dabei auf Basis der vom VDMA entwickelten Maschinenhaus-Toolbox ausgearbeitet, eines Werkzeugkastens, gefüllt mit bewährten Instrumenten guter Lehre und Best-Practice-Beispielen, die andere Hochschulen inspirieren sollen. Wie etwa die Kooperation der Maschinenbau-Studiengänge der RWTH Aachen und der FH Aachen: „Dass wir in vielen Bereichen zusammenarbeiten, schafft bestmögliche Bedingungen für unsere Studierenden,“ meinte Frau Prof. Dr.-Ing. Martina Klocke von der FH Aachen die auch Prodekanin am Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik ist. Anhand einzelner Highlights zeigte sie, wie die Kooperation von RWTH und FH die Standortkompetenz im Maschinenbau auch im Sinne der Studierenden stärkt und dass die Rahmenbedingungen dafür nicht immer förderlich sind.

Kontakte für die Medien:

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) e.V.
Dr. Norbert Völker
Lyoner Straße 18
60528 Frankfurt
Telefon +49 69 66 03-1650
Fax +49 69 66 03-2650
E-Mail norbert.voelker@vdma.org
www.vdma.org/maschinenhaus


Über das Maschinenhaus – die VDMA-Initiative für Studienerfolg
Das Maschinenhaus als Campus für Ingenieure besteht aus zwei Phasen: Gemeinsam mit dem Partner, dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung der HIS – Hochschulentwicklung, wurde das theoretische Fundament gelegt. Zunächst wurden die Studienbedingungen in den Fachbereichen Maschinenbau und Elektrotechnik analysiert. Darauf aufbauend entstand das Referenzmodell für gute Lehre, das mithilfe einer Befragung aller Hochschulen weiter ausgearbeitet wurde. Fallstudien an ausgewählten Pionierhochschulen stellten das zentrale Element zur Praxiserprobung dar. Phase zwei läuft seit Jahresbeginn 2013. Mit mehreren VDMA-finanzierten Beratertagen in je einer Fachhochschule und Universität pro Bundesland gelangt die Theorie in die Hochschulpraxis. Im Rahmen dieser sogenannten Maschinenhaus-Transfers soll es bis Mitte 2015 insgesamt 32 Projekte an deutschen Hochschulen geben.

Eine Toolbox mit den erfolgversprechendsten Maßnahmen, Indikatoren und Instrumenten übersetzt das Konzept für die Praxis. Im „Erfahrungsaustausch (ERFA) Maschinenhaus“ kommen Vertreter von Hochschulen zweimal jährlich zusammen, um über aktuelle Fragen rund um das Thema Qualitätsmanagement und Lehre zu diskutieren.
 

Völker, Norbert
Völker, Norbert