Wenn Legomännchen laufen lernen

id:14582641

Eine praktische und zukunftsorientierte Antwort auf die Erfordernisse der zunehmenden Digitalisierung gibt die Wuppertaler Kinder- und Jugenduniversität für das Bergische Land. In ihrem umfangreichen Kursprogramm schafft sie es, bereits Kindern ab sieben Jahren einen sehr anwendungsorientierten Einstieg in die Robotik zu vermitteln und sie mit immer weiteren Schwierigkeitsgraden sogar für die Bedienung eines der Junior-Uni für Lernzwecke gespendeten Industrieroboters zu qualifizieren.

Robotik schwer angesagt

Die Kurse mit dem Themenschwerpunkt Robotik sind unter den Kindern und Jugendlichen sehr gefragt: pro Jahr werden zu diesem Thema mindestens 70 Kurse für 1.050 interessierte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene angeboten. Mit Legosteinen wird das aus den meisten Kinderzimmern vertraute Spielzeug dafür aktiviert. So können die jungen Teilnehmer die Faszination von selbst programmierter und gesteuerter Robotik spielerisch erfahren. Fast wie im Animationsfilm „Toy Story“ fangen die damit konstruierten kleinen Krokodile an, auf Zuruf ihr Maul aufzusperren und Mini-Torwarte halten spielend den haselnussgroßen Fußball dank der von ihnen mit ihrem Dozenten erarbeiteten Sensorik.

Da die jungen Studenten ihren Wissensdurst immer weiter stillen möchten, gibt es für sie vielseitige Aufbaukurse zur Robotik. Dort können sie beispielsweise Konstruktions- und Programmieranforderungen erlernen oder Modelle von hochtechnisierten Verladestationen und Produktionsstraßen konstruieren und testen. Die Junior Uni-Studenten lösen in Teamarbeit verschiedenste Automatisierungsaufgaben, beheben Probleme bei Störungen ihrer Fertigungsketten, optimieren ihre Produktionseinheiten oder erteilen dem großen orangefarbenen Industrieroboter konkrete Aufträge wie Puzzleteilsortierung oder Schildergravuren.

Programm entlang der Bildungskette

Die Wuppertaler Junior Uni ist eine in Deutschland derart bislang einmalige Bildungseinrichtung mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften und Technik. Die 2008 gegründete Kinder- und Jugenduniversität für das Bergische Land wird privat und ausschließlich durch Spenden und bürgerschaftliches Engagement finanziert. Inzwischen werden jährlich 750 Kurse mit 8.000 Plätzen von vier- bis 20jährigen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen begeistert wahrgenommen, seit ihrer Eröffnung wurden 43.000 Kursplätze in 3.700 Kursen belegt.

„Eine Einrichtung wie die Junior-Uni, in der die Kinder ihr natürliches Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Phänomenen entfalten und bis ins junge Erwachsenenalter weiter entwickeln können, ist für die Wirtschaft von herausragender Bedeutung“, erklärt Thomas Meyer, Präsident der IHK zu Wuppertal und Vorsitzender der Geschäftsführung TKM GmbH. „Die Junior-Uni ist eine Bildungseinrichtung, die ihre Studenten das Lernen mit Freude lehrt und sie zu starken jungen Menschen macht. Damit sichern sie nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern auch die unserer Unternehmen."

Ganzjährig geöffnet bietet die Junior-Uni ein vielseitiges Programm an, das nachhaltig aufeinander aufbaut. Themen aus Wirtschaft und Wissenschaft werden von den vielen Dozenten mit einem breiten Expertentum praxisnah und intensiv vermittelt. Die Fachgebiete sind vielseitig, beispielsweise Chemie, Physik, Biologie, Nachhaltigkeit, Journalistik, Ökonomie, Medizin und Kunst. Alle Veranstaltungen vermitteln Kindern altersgerechte Einblicke in Forschung und ihre alltäglichen Anwendungsmöglichkeiten. Entsprechende Labore und Fachräume sowie gespendetes Equipment von Fischertechnik-Sets bis hin zu spezifischem Labormaterial, leistungsfähige Laptops oder 3D-Drucker ermöglichen das durchgehend hohe Niveau der Kurse.

Praxisnah und altersgerecht aufbereitet

Die Dozenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Schule vermitteln praxisnahes Wissen in kleinen Gruppen, immer altersgerecht aufbereitet und mit vielen Experimenten versehen. „Wer an der Junior-Uni unterrichten möchte, muss gut mit Kindern und Jugendlichen umgehen können, da kennen wir keine Kompromisse. Besonders wichtig sind uns dabei der immer respektvolle Umgang unserer Dozenten mit den jungen Studenten und ihr stetes Bemühen, keine Frage ihrer Schützlinge unbeantwortet zu lassen. Offen sind wir beim beruflichen Background der Dozenten – vom Professor über den Unternehmer und Lehrer bis hin zum Oberstufenschüler, der bereits ein besonderes Fachwissen besitzt. Dieses Spektrum trägt zur Vielfalt und zum Gelingen unseres reichhaltigen Programms bei“, sagt Dr. Ina Krumsiek, Geschäftsführerin der Junior-Uni Wuppertal.

Gelehrt und geforscht wird ohne Notendruck und auf Augenhöhe zu den Junior Uni-Studenten. „Unser Anliegen ist es, alle interessierten jungen Menschen zu fördern und zu qualifizieren. Wir wollen sie stark für den Einstieg in Studium und Beruf machen – ungeachtet welcher Herkunft und Vorbildung. Die Teilnehmeranalyse zeigt, dass 50 Prozent der Studenten aus finanziell schwächer gestellten Familien kommen und insgesamt 13 Prozent einen bildungsfernen Hintergrund haben“, erklärt Krumsiek.

Erfolgsmodell für Region, Unternehmen und Nachwuchs

„Die Studenten kommen gerne und freiwillig zu uns, um sich für neue Themenfelder zu begeistern und sie für sich zu erobern. Dies zeigen auch die langen Kurswartelisten von jährlich tausenden nicht zum Zuge gekommenen Kindern und Jugendlichen. Eltern berichten regelmäßig von einem Motivationsschub ihrer Kinder für die Schule, den sie dem Besuch der Junior Uni zuschreiben. Auch durch ihre bei uns gemachten praktischen Erfahrungen mit unterschiedlichsten Disziplinen und Arbeitsfeldern können die Teilnehmer sicherlich eine fundiertere Berufs- oder Studienwahl treffen. Und nicht zuletzt in der positiven und fröhlichen Stimmung der vielen wissbegierigen und talentierten Junior-Uni-Studenten sehen wir den individuellen und gesamtgesellschaftlichen Nutzen unserer Arbeit bestätigt“, so Krumsiek.

Auf den Punkt gebracht: „Die Junior-Uni ist ein Best Practice-Beispiel und ein übertragbares Erfolgsmodell. Ich ermuntere andere Städte, Regionen und Unternehmen auch solche weitsichtigen Bildungsprojekte zu realisieren“, resümiert Meyer.


 

Bildquelle : Junior-Uni Wuppertal

Grothof, Ina
Grothof, Ina