Arbeitsbedingungen für Asylsuchende und Flüchtlinge

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Die Bundesagentur für Arbeit hat eine Informationsbroschüre zum Thema Arbeit für Flüchtlinge und Asylsuchende herausgebracht. Diese gibt einen ersten Überblick darüber, worauf Arbeitgeber achten müssen, wenn sie Flüchtlinge einstellen möchten, Ihnen ein Praktikum oder eine Ausbildung anbieten.

Bestimmung des Personenkreises

  • Asylsuchende mit einer Aufenthaltsgestattung: Menschen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist.
  • Anerkannte Flüchtlingen mit Aufenthaltserlaubnis: Personen, über deren Asylantrag positiv entschieden wurde und die eine Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen erhalten haben.
  • Geduldeten: Menschen, deren Asylantrag in der Regel abgelehnt wurde, die aber nicht abgeschoben werden können.

Zugang zu Arbeit und Ausbildung im Überblick

  • Arbeitsverbot zu Beginn des Aufenthalts: Asylsuchende und Geduldete dürfen in den ersten drei Monaten in Deutschland keine Beschäftigung aufnehmen.
  • Nachrangiger Zugang zum Arbeitsmarkt: Asylsuchende und Geduldete können ab dem vierten Monat eine Beschäftigungserlaubnis für eine konkrete Beschäftigung beantragen. Es wird in der Regel eine Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit durchgeführt.
  • Zugang zum Arbeitsmarkt ohne Vorrangprüfung: Anerkannte Flüchtlinge dürfen ohne Wartefrist jede Beschäftigung aufnehmen. Eine Berufsausbildung dürfen Asylsuchende ab dem vierten Monat und Geduldete bereits ab dem ersten Tag des Status als Geduldeter beginnen. Für andere Beschäftigungsarten entfällt die Vorrangprüfung bei Asylsuchenden und Geduldeten erst ab dem 16. Monat.

Praktika und andere betriebliche Tätigkeiten

  • Streben Asylsuchende oder Geduldete eine Berufsausbildung an, kann eine Einstiegsqualifizierung (EQ) zum Tragen kommen. Sie bietet den Arbeitgebern die Möglichkeit, Fähigkeiten über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten im Arbeitsalltag zu beobachten. Ebenfalls können die Praktikanten so an eine Ausbildung im Betrieb herangeführt werden. Voraussetzung ist der Abschluss eines Vertrages, der die Qualifizierungsmaßnahmen und die Vergütung festlegt.
  • Die Maßnahme bei einem Arbeitgeber zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAG) dauert maximal sechs Wochen und dient dem Arbeitgeber dazu, berufsfachliche Kenntnisse bei den Bewerbern festzustellen. Die Maßnahme muss jedoch vorher bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden und darf von den Asylsuchenden erst nach dem Ablauf von drei Monaten in Anspruch genommen werden.
  • Wenn für Asylsuchende oder Geduldete eine betriebliche Umschulung oder betriebliche Ausbildung im Rahmen einer Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) durch die Bundesagentur für Arbeit in Frage kommt, ist die Erlaubnis  der Ausländerbehörde erforderlich.

Weitere Informationen für interessierte Arbeitgeber

  • den örtlichen Arbeitgeberservice (AG-S) der Agentur für Arbeit,
  • die Landesnetzwerke des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)
  • Die Netzwerke des ESF-Bundesprogramms „Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen“ (IvAF)

Weitere Informationen

Bildquelle : Kompetenzzentrum Technik - Diversity - Chancengleichheit e.V.

Petereit, Annette
Petereit, Annette