Interview mit Oliver D. Gessert, Geschäftsführer Franke Aquarotter GmbH

"Eine Marke ist für mich ein Versprechen. Ein Versprechen, das wir jeden Tag beim Kunden einlösen. Durch unsere Produkte, unsere Mitarbeiter und unsere Qualität."

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VDMA: Herr Gessert, was verbinden Sie persönlich mit dem Thema Marke?

Oliver Gessert: Eine Marke ist für mich ein Versprechen. Ein Versprechen, das wir jeden Tag beim Kunden einlösen. Durch unsere Produkte, unsere Mitarbeiter und unsere Qualität. So entsteht die Marke beim Kunden im Kopf. In dem wir unser Qualitätsversprechen voll erfüllen machen unsere Kunden positive Erfahrungen, das trägt zur Markenbildung bei.

VDMA: Warum sind Markenprodukte häufig teurer als andere Produkte?

Oliver Gessert: Wir, das Unternehmen Franke, engagieren uns stark in Forschung und Entwicklung und treiben so Innovationen voran. Das sind sicherlich schon gute Gründe. Natürlich kostet der Service rund ums Produkt auch. Wir Markenhersteller bieten z.B. einen soliden Kundendienst, 10-Jahre Nachkaufgarantie, und vieles mehr. On top kommen auch die Investitionen in die Bekanntmachung des Produktes, also ins Marketing. Eine Marke kennt man, sonst ist es eben keine Marke.

VDMA: Wieso sollte man bei Gebäudearmaturen auf Marke setzen?

Oliver Gessert: Wenn ich auf uns als Markenhersteller für den öffentlichen – gewerblichen Sanitärbereich schaue, dann liegt die Antwort klar auf der Hand. Unsere Produkte sind ganz besonders hohen Ansprüchen ausgesetzt. Allein der Benutzerhäufigkeit gerecht zu werden, ist eine echte Herausforderung. Wir investieren viel, um robuste und langlebige Armaturen zu entwickeln, an denen der Nutzer und Betreiber sehr lange Freude hat. Unsere Produkte sind sehr ausdauernd und dienen häufig mehreren 100.000 Benutzern in einem Jahr. Damit ist auch der Normenstandard, den wir erfüllen ein anderer als bei einer Haushaltsarmatur. Absolute Qualität des Produkts und den damit verbundenen Serviceleistungen, sind unsere Maxime.

VDMA: Stichwort Handelsmarke: Sehen Sie eher eine Chance oder eine Bedrohung für Markenhersteller?

Oliver Gessert: Handelsmarken gibt es seit Jahrzehnten und prägen das Bild des Marktes. Nur heute ist es leider so, dass einige Großhändler Handelsmarken in ihrem Portfolio bevorzugen. Damit ist das ursprüngliche Modell des gemeinschaftlichen dreistufigen Vertriebswegs ausgehebelt. Eine vertrauensvolle langfristige Kooperation zwischen Herstellern, Handel und Handwerk wird erschwert. Denn auch der Installateur setzt zunehmend auf die Handelsmarke. Deren Preispolitik stellt sich aber nicht dem Wettbewerb, ein Preisvergleich ist schwer möglich. Wir als deutscher Markenhersteller haben entschieden, keine Handelsmarken zu beliefern.

VDMA: Herr Gessert, vielen Dank für das Gespräch.

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