NRW-Maschinenbau mit hoher Homeoffice-Quote

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Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau haben in den vergangenen Monaten der Coronapandemie nicht nur ihre Produktionsabläufe überarbeitet und die Hygieneregeln am Arbeitsplatz deutlich verschärft, sondern auch die Anzahl der Mitarbeiter im Homeoffice deutlich erhöht.

Laut einer aktuellen Blitzumfrage unter 248 VDMA-Mitgliedsfirmen aus Nordrhein-Westfalen arbeitet derzeit lediglich noch gut die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben. Alle anderen Beschäftigten sind aufgrund von Homeoffice-Regelungen, Kurzarbeit oder dem Abbau von Zeitarbeitskonten nicht vor Ort. Insgesamt liegt der Home-Office-Anteil im Maschinen- und Anlagenbau in NRW bei 28 Prozent aller Beschäftigten. Bei mehr als einem Drittel der befragten Unternehmen (35 Prozent) wurde die Homeoffice-Quote im Vergleich zum Lockdown im Frühjahr 2020 erhöht. Weitere 51 Prozent bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres.

„Im Schnitt sind aktuell etwas mehr Mitarbeiter im Homeoffice als im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 und für die kommenden Wochen plant jedes dritte Unternehmen eine weitere Erhöhung der Homeoffice-Quote“, erklärt Hans-Jürgen Alt, Geschäftsführer des VDMA NRW die Ergebnisse der Blitzumfrage.

In den vergangenen Monaten der Coronapandemie haben die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau nicht nur ihre Produktionsabläufe überarbeitet und die Hygieneregeln am Arbeitsplatz deutlich verschärft, sondern auch die Zahl der Menschen in den Fabriken spürbar verringert.

Unternehmen nehmen Gefahren der Pandemie sehr ernst

Während die Tätigkeiten in Verwaltung oder Vertrieb und teilweise sogar in der Forschung ins Homeoffice ausgelagert wurden, kann die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau vielfach nur laufen, wenn Menschen in den Werkshallen sind.

„Die Produktionstätigkeit selbst kann nicht im Homeoffice stattfinden. Viele Betriebe haben unter Inkaufnahme von Produktivitätsverlusten ihre Schichten aufgeteilt, um die Anwesenheitsdichte zu reduzieren und eine kontaktlose Schichtübergabe zu ermöglichen. Darüber hinaus wurden viele weitere Einzelmaßnahmen umgesetzt“, gibt Alt zu bedenken. „Die nordrhein-westfälischen Unternehmen nehmen den Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr ernst und bemühen sich um Eindämmung der Pandemie. Dabei gehen sie sogar über die behördlichen Vorgaben und Empfehlungen hinaus.“

Je nach Wertschöpfungstiefe sind in der produzierenden Industrie zwischen 15 und 60 Prozent der gesamten Arbeitsplätze überhaupt für Homeoffice geeignet. Der breite Korridor ergibt sich aus den unterschiedlichen Strukturen der Unternehmen und damit aus dem ebenso unterschiedlichen Anteil an Mitarbeitern, die direkt in der Produktion arbeiten und damit nicht zu Hause bleiben können, wenn die industrielle Produktion weiterlaufen soll.

Auch haben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz der Unterstützung durch den Arbeitgeber schlichtweg zuhause nicht die Möglichkeit, Homeoffice so darzustellen, dass es akzeptabel und funktionsfähig ist. Viele NRW-Unternehmen produzieren in Regionen, in denen ein zuverlässiger, schneller und stabiler Internetzugang sowohl für Unternehmen als auch für Mitarbeiter schwierig ist.

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