Startup-Lösungen für den Maschinenbau

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Fünf Startups stellten sich in einem Web-Seminar am 4. Mai 2020 vor und präsentierten Lösungen und Hilfestellungen, die sie für den Maschinenbau zur Bewältigung der Corona-Pandemie entwickelt haben.

In Zeiten von Covid-19 war das Web-Seminar am 4. Mai 2020 eine gute Gelegenheit für Startups, ihre Lösungen für Fach- und Führungskräfte aus dem Maschinen- und Anlagenbau zu präsentieren. Vertreten waren dabei vor allem Mitarbeiter aus den Unternehmensbereichen Forschung und Entwicklung sowie Geschäftsführung, Innovationsmanagement und Business Development, die sich über die Startup-lösungen austauschen konnten. Die insgesamt fünf Startup-Pitches beinhalteten eine große Bandbreite an Themen, die aktuell die Unternehmen in der Krisenzeit umtreibt.

Das Startup „wir-bleiben-liqui.de“, das auch unter die  Top 20 des von der Bundesregierung initiierten Projektes „#wirvsvirus Hackathons“, bot eine schnelle und gute Lösung an, um Unternehmen in nur wenigen Klicks einen Zugang zu passenden Finanzierungsinstrumenten zu ermöglichen. Ein Angebot, das insbesondere zurzeit sehr interessant ist, da sich das Angebot von Finanzierungsinstrumenten manchmal als etwas unübersichtlich und volatil erweist. Das Startup bietet hierzu eine Übersicht zu Krediten, Bürgschaften, Zuschüssen, Beteiligungen und weiteren Handlungsoptionen zur kurzfristigen Liquiditätssicherung.

Die Lösung „NAiSE Distance Warning“ des zweiten Startups trägt zum Social Distancing im Arbeitsalltag und somit zur Gewährleistung des ausreichend großen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern bei. Dabei greift die Softwarelösung auf sogenannte „NAiSE Ranger“ (Distanzsensoren) zu, die Personen per Ton und/oder Vibration vor zu geringen Abständen warnen. Aus den gespeicherten Sensordaten können die Kontaktketten generiert werden. Im Falle eines Ansteckungsverdachts unterstützt das Tool beim Ermitteln des Risikopersonenkreises – eine  Lösung, die nicht nur für den Maschinen- und Anlagenbau von Relevanz ist.

Das Startup Oculavis bietet eine Lösung an, die eine einfache und systematische Einbindung zum Kundendienst mit Oculavis Share beinhaltet. Durch den Experten-Support über die Distanz wird so eine Aufrechterhaltung der Prozesse gewährleistet bei gleichzeitiger Wahrung des notwendigen Abstandes. Die Software ermöglicht es, bei der Abnahme, Inbetriebnahme, Wartung und bei Störungsfällen von Maschinen Experten per Videoschalte hinzuzuziehen, um gemeinsam eine Lösung des Problems zu finden. Dieses Konzept trägt dazu bei, Probleme durch die Mitarbeiter vor Ort zu lösen – dies wird durch eine umfassende Datenbank an Videos und Bildern ermöglicht.

Die Neohelden GmbH, vierter Beitrag im Rahmen des Web-Seminars, bietet einen digitalen Assistenten für die Unternehmen an. Mit dem KI-basierten Chatbot Neo können die Anwender über eine Oberfläche mit ihren Tools interagieren und so Informationen aus Drittsystemen abrufen oder Aktionen ausführen. Die Softwaresystem können quasi per Sprache oder bedient werden.

Der Schlussbeitrag der Soley GmbH stellte dar, wie mit einer Softwarelösung Störungen entlang der Wertschöpfungskette gemanagt werden können –  sowohl die Lieferanten und Kunden betreffend als auch in der eigenen Produktion. Die geschieht durch Szenarioanalysen und damit verbundenen Maßnahmenvorschlägen zum Beispiel bei Verzögerungen oder Störungen in der Produktion.

Die Startups, die ihre Dienstleistungen vorgestellt haben, sind Teil des umfangreichen Netzwerkes der VDMA Startup-Machine. Die Startup-Machine ist die richtige Plattform, wenn es darum geht, Maschinenbauunternehmen mit Startups zu vernetzen. Neben der Suche nach geeigneten Startups und dem Matching von Maschinenbauern, coacht sie Unternehmen bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit und zu den typischen Facetten der Startup-Kultur. Aufbauend auf dieser Auftaktveranstaltung werden bzw. wurden vier weitere Web-Seminare durchgeführt um Startups mit „etablierten“ Unternehmen zu vernetzen.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW mit Unterstützung von VDMA Startup-Machine durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.