Steuerliche Forschungsförderung

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Zum 1. Januar 2020 ist das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (Forschungszulagengesetz) in Kraft getreten. In einem Web-Seminar wurden die aktuellen Förderprogramme und -möglichkeiten aufgezeigt.

Zum 1. Januar 2020 ist das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (Forschungszulagengesetz) in Kraft getreten und damit ein langer Kampf des VDMA um dessen Einführung in Deutschland zu Ende. Ulrich Meißner, Referent beim VDMA Steuern, der diesen Prozess seitens VDMA begleitet hat, stellte das Forschungszulagengesetz (FZulG) vor. Danach werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung oder der experimentellen Entwicklung zuzuordnen sind, gefördert. In einem  Web-Seminar „Steuerliche Forschungsförderung“ ging ProduktionNRW am 8. Mai 2020 auf die aktuellen Förderprogramme und -möglichkeiten ein.

Einen Anspruch auf die Förderung haben alle einkommen- oder körperschaftsteuerpflichtigen Unternehmen unabhängig ihrer Unternehmensgröße in Deutschland (Konzernbetrachtung). Die Bemessungsgrundlage ist der lohnsteuerpflichtiger Personalaufwand für Personal, das begünstigte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ausführt. Der Fördersatz beträgt 25 Prozent und die maximale jährliche Förderhöhe 500.000 Euro pro Unternehmen. Im Falle der Auftragsforschung wird die Förderung auf 60 Prozent beim Auftraggeber beschränkt. Der Antrag erfolgt beim zuständigen Finanzamt unter Vorlage einer Bescheinigung einer Prüfstelle, die noch bekannt gegeben wird. Die Themenoffenheit und die Planbarkeit der Förderung kommen dabei dem vielseitigen Maschinen- und Anlagenbau zugute.

Neben der Vorstellung des Forschungszulagengesetz stellte Dr. Beate Stahl, Projektleiterin VDMA Industrie 4.0, die aktuellen Möglichkeiten der Förderung für Unternehmen vor. Forschungsaktivitäten sind ressourcen- und zeitintensiv. Die Zusammenarbeit mit Partnern, wie Hochschulen und anderen Unternehmen, schafft neue Ressourcen und Ideen, die nicht nur zu innovativen Lösungen führen, sondern auch den Zugang zu neuem Wissen, zu neuen Geschäftskontakten und neuem Personal oder Nachwuchs, führen können.

Die finanzielle Förderung ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Anhand der Gliederung nach themenoffen und themenspezifisch, zeigte Stahl die verschiedenen Fördergeber, wie Bundesländer, BMWi, BMBF und EU auf. Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr das Forschungszulagengesetz und die verschiedenen Förderprinzipien. Unter themenoffene Förderprogramme fallen beispielsweise das Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), KMU-innovativ und die industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), themenspezifische Förderprogramme sind hingegen die Verbundforschung oder Programme des Horizont Europe.

Meißner und Stahl appellierten an die Teilnehmer, die Programme zu nutzen und die hohe Innovationskraft des deutschen Maschinen- und Anlagenbau weiter auszubauen.

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Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.