Widerstände im Innovationsprozess

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Am 7. Mai 2020 fand das Web-Seminar Innovation mit dem Fokus auf das Thema „Richtiger Umgang mit Widerständen im Innovationsprozess – und deren Überwindung“ als Online-Veranstaltung statt.

Nach verschiedenen Erfahrungsaustauschen zum Thema „Innovation“ mit den Schwerpunkten auf Change Management, Kreativitätstechniken und Design Thinking ging es in diesem Web-Seminar um das wichtige Thema „Widerstände im Innovationsprozess und deren Überwindung“.

Den Veranstaltungsteilnehmern wurden im Vorfeld der Veranstaltung – als Ersatz für die übliche Vorstellungsrunde bei Präsenzveranstaltungen – vier Fragen zur eigenen Firma sowie zum Thema des Web-Seminars zugesendet. Dabei stellte sich heraus, dass der größte Teil der Teilnehmer aus mittelständischen Unternehmen, das heißt aus Unternehmen mit 50 bis knapp 1000 Mitarbeitern kommt. Vertreten waren dabei vor allem Mitarbeiter aus den Unternehmensbereichen Forschung und Entwicklung sowie Geschäftsführung, Innovationsmanagement und Vertrieb.

Die Teilnehmer wurden gefragt, was aus ihrer Sicht die größten Widerstände im Innovationsprozess seien. Neben anderen Aspekten, wie fehlenden Ressourcen oder unzureichendem Management beziehungsweise Führung, stach vor allem das Thema „Angst“ hervor. Auf die Frage, wie Widerstände am besten zu überwinden seien, war die bevorzugte Antwort „Kommunikation“ und den damit verbundenen Themen Transparenz und Information bzw. Informationsweitergabe.

In den anschließenden Impulsvorträgen wurden die seitens der Teilnehmer angeführten, oben genannten Aspekte, integriert und in einem Gesamtbild festgehalten. Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass vor allem in den ersten Phasen eines (idealtypisch-linearen) Innovationsprozesses, das heißt in der Ideen- und Konzeptphase, Widerstände und Hürden auftreten. Dabei kann man zwischen weichen, „kopfbezogenen“ und harten, „umgebungsbezogenen“ Faktoren unterscheiden.

Arten von Hindernissen

Weiche Faktoren sind unter anderem Ängste, wie von den vielen Teilnehmern angesprochen, sowie das Wissen, wie etwas Neues umgesetzt werden kann oder auch teilweise übertriebene  Erwartungen seitens der einzelnen Beteiligten. Ein Beispiel für eine weiche Hürde im Innovationsprozess kann die „Detailverliebtheit“ sein. Häufig ein Problem von einer ingenieursgetriebenen Sichtweise, bei der alle möglichen Varianten und Fehlerquellen zu detailliert behandelt werden, so dass es zu einer zeitlichen Verzögerung des Prozesses insgesamt kommt. Ebenso können aber auch eher „mentale“ bzw. psychische Faktoren, wie fehlende Unterstützung seitens der Führungskräfte oder auch des Not-Invented-Here-Syndroms zu Barrieren des Neuen werden.

Zu diesem weichen Faktoren addieren sich oftmals die sogenannten harten Faktoren hinzu, die vor allem durch die Umgebung bedingt sind: Seien es die vorhandenen Prozesse oder Strukturen oder – wie die von den Eventteilnehmern angesprochene – Knappheit an Ressourcen, wie Zeit und Budget sein. Als Beispiel für nicht innovationsfördernde harte Faktoren wurde dabei die interne (überbordende) Bürokratie genannt, die sich in Form von ungeeigneten Abläufen, Strukturen oder fehlender Kommunikation darstellt. Eine weitere Hürde im Innovationsprozess können die beteiligten Personen selbst sein, beziehungsweise deren mangelnde Offenheit gegenüber von Externen herangetragenen Ideen. 50 Prozent aller innovativen Ideen werden von außerhalb an die Firma herangetragen, das heißt von Partnern, Lieferanten oder Kunden.

Abschließend lässt sich sagen, dass die vorhandenen Ressourcen vorhanden sein müssen und die Offenheit für diese Veränderung gelebt werden muss. Entscheidend sind dabei eine entsprechende Kommunikation und Unterstützung vor allem auch seitens der Führungskräfte.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.