Auswirkungen der Corona-Pandemie auf NRW-Maschinenbau

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Die Corona-Pandemie hat nun auch deutliche Auswirkungen auf den Maschinen- und Anlagenbau in Nordrhein-Westfalen. Laut der 4. Blitzumfrage des VDMA (befragt wurden 709 Unternehmen, davon 190 aus Nordrhein-Westfalen) sehen 87 Prozent der befragten nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbauer ihren Betriebsablauf beeinträchtigt.

„Wir stellen fest, dass es in der Lieferkette eine Verschiebung von Störungen auf der Angebotsseite hin zu Störungen auf der Nachfrageseite gibt,“ erklärt Hans-Jürgen Alt, Geschäftsführer des VDMA NRW. „85 Prozent der Unternehmen verzeichnen merkliche oder sogar gravierende Auftragseinbußen und -stornierungen. Insbesondere die Nachfrage aus dem europäischen Ausland ist gestört, während sich die Auftragsleinage aus dem asiatischen Raum wieder etwas entspannt.“

Die Stimmung bei den Unternehmen bleibt weiterhin getrübt. Rund die Hälfte der Unternehmen sehen in den kommenden Monaten keine Besserung der Situation und 31 Prozent der Befragten rechnen sogar mit einer Verschlechterung der Situation.

Erschwernisse bei Auftragsabwicklung

Der Maschinen- und Anlagenbau leidet außerdem unter den Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen sowie unter den damit einhergehenden Quarantäneauflagen, die Wartungs- und Servicearbeiten bei den vielen Kunden im Ausland erschweren. Hiervon sehen sich 82 Prozent der befragten Unternehmen betroffen.

Auch die verzögerte Abnahme von Anlagen und Maschinen bereitet mehr als der Hälfte der Unternehmen (62 Prozent) Sorgen, impliziert dies doch – entsprechend der vereinbarten Liefer- und Zahlungsbedingungen – gleichzeitig hohe Außenstände. Bereits bei 43 Prozent der Maschinenbauer gibt es Liquiditätsengpässe. Jeweils fast ein Drittel der Unternehmen sehen zudem Erschwernisse in der Transport- und Logistikabwicklung oder durch Gesundheits- und Hygieneauflagen.

Die schwache Auftragslage und die wenig optimistischen Aussichten zwingen viele Unternehmen, insbesondere Kapazitätsanpassungen, durchzuführen. Rund 82 Prozent der befragten Unternehmen im NRW-Maschinen- und Anlagenbau haben bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen. An erster Stelle steht hier die Kurzarbeit, die sich in Krisenzeiten als Instrument der Beschäftigungssicherung bewährt hat. 78 Prozent der Unternehmen nehmen Anpassungen über Kurzarbeit vor, 10 Prozent über Produktionsstopps und 18 Prozent der Unternehmen über den Abbau von Personal.

Die Umsatzerwartungen im Maschinenbau haben sich in den vergangenen sechs Wochen kaum verändert. Weiterhin erwarten knapp zwei Drittel der Unternehmen einen Umsatzrückgang von 10 bis 30 Prozent für das Jahr 2020.

„Die Auswirkungen der Pandemie treffen den nordrhein-westfälischen Maschinenbau ins Mark. Es wird einige Zeit brauchen und erhebliche Anstrengungen erfordern, den Status Quo von vor der Pandemie wieder zu erreichen“, fasst Alt zusammen.

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