Exporttag NRW – Exportabwicklung aktuell 2015

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Die Verantwortlichen der Exportabwicklung treffen sich in jedem Jahr zum Erfahrungsaustausch und diskutieren Neuerungen und Erfahrungen in den Themengebieten Exportkontrolle, Zoll und Logistik & Verkehr. In diesem Jahr wurden zwei Termine am 19. März 2015 in Bochum und am 5. Mai 2015 in Rheda-Wiedenbrück angeboten, die von rund 150 Teilnehmern genutzt wurden.

Exportkontrolle
Thematisch standen die Russland- und Iran-Sanktionen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Während es bei den Russland-Sanktionen kaum Hoffnung auf Verbesserung gibt, bestehen bei den Iran-Sanktionen Chancen auf Verhandlungserfolg mit anschließender schrittweiser Embargo-Lockerung.

Beim Thema der EU-Exportkontrolle wurden die Verschärfungen bei Frequenzumrichtern und bei Industrieventilen hinterfragt, sowie Exportkontrollprobleme bei der Lieferung an russische Misch-Empfänger, die auch in der Rüstung aktiv sind. Auch Teilnehmerfragen zur innerbetrieblichen Exportkontrolle waren Gegenstand der Diskussion.

Zoll
Nach einem intensiven Erfahrungsaustausch der Teilnehmer zu aktuellen Fragen und Problemen rund um ATLAS-Ausfuhr sowie der Neuregelung der Ausfuhr- und Verbringungsnachweise erläuterte Friedrich Wagner, VDMA Außenwirtschaft, noch den aktuellen Stand der Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP sowie der Neuregelung des Zollkodex. In einem Exkurs wurden die Regeln für die Einreihung von Warenzusammenstellungen vorgestellt.

Logistik & Verkehr (nur in der Veranstaltung am 19. März 2015 in Bochum)
Das Thema Luftsicherheit stand im Vordergrund und fokussierte sich auf die aktuellen überzogenen Anforderungen des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA). Diese sind für die betroffenen, als bekannter Versender zugelassenen VDMA-Mitglieder kaum noch wirtschaftlich darstellbar. Einige Zulassungen sind zudem ernsthaft in Gefahr. Die Teilnehmer begrüßen daher die vorgestellten Aktivitäten des VDMA gemeinsam mit BDI und anderen betroffenen Verbänden, in einem Gespräch im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur praxisnahe Lösungen einzufordern.

Deutschland mit einem Luftfrachtanteil in der EU von ca. 30 Prozent braucht bei diesen Mengen eine praktikable Umsetzung der EU-Verordnung 185/2010, vor allem aber Rechtssicherheit der in Deutschland etablierten Verfahren. Durch den Erfahrungsaustausch der Teilnehmer konnten einige Fragen geklärt werden.

Wie sich in den Diskussionen zu dem am 1. Januar 2015 in Ungarn in Kraft getretene neue elektronisches System zur Kontrolle von Warentransporten per LKW, EKAER und dem Thema Mindestlohn herausstellte, spielten diese nur kurz um den Jahreswechsel eine Rolle. Inzwischen haben sich fast alle Unternehmen auf diese Themen einstellen können.

Das Thema Infrastruktur trifft weiter den Nerv der Maschinenbau-Unternehmen. Durch diverse Sperrungen von Brücken für Lkw, sind viele Logistikkonzepte betroffen. So können Schwertransporte jenseits von 40/44 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht über weite Strecken kaum noch realisiert werden. Auch die Erreichbarkeit von Umschlagsplätzen zur Binnenschifffahrt und zur Schiene stellt die Unternehmen und ihre Dienstleister vor große Aufgaben. Der VDMA ist daher maßgeblich am Masterplan Schwergut beteiligt, der sowohl Problemfelder als auch Lösungsansätze aufzeigt. Hier werden in den nächsten Wochen entsprechende Aktivitäten des VDMA starten.

Kontakte
Exportkontrolle
Klaus Friedrich
Tel.: 069 / 66 03-16 77
Email: klaus.friedrich@vdma.org

Zoll
Friedrich Wagner    
Tel.: 069 / 66 03-14 38
Email: friedrich.wagner@vdma.org

Logistik & Verkehr
Ingo Elste     
Tel.: 069 / 66 03-16 48
Email: ingo.elste@vdma.org

Bildquelle : VDMA

Seelen, Hans
Seelen, Hans