Erfa „Steuern“ am 22. April 2015

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Der Erfahrungsaustausch Steuern informierte am 22. April 2015 in Dortmund über die aktuellen steuerrechtlichen Themen.

„Wir ändern das Erbschaftsteuergesetz minimalinvasiv“, so das Bundesfinanzministerium (BMF) zur Umsetzung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts wegen der Verfassungswidrigkeitserklärung der gegenwärtigen Verschonungsregeln für Unternehmensvermögen. Hierbei verheißen die vom BMF bislang vorgestellten Eckpunkte für den industriellen Mittelstand allerdings wenig Gutes. Nicht nur, dass von den im Bundesverfassungsgerichtsurteil in Bezug genommen Kenngrößen deutlich abgewichen werden soll. Zentrale Probleme wie Überbewertung und steuerliche Doppelbelastungen werden gar nicht angesprochen. Marcus Gödtel, VDMA Steuern, präsentierte den Stand der Diskussion und legte dar, auf was sich die Unternehmen des Maschinenbaus hier einstellen müssen.

Jenseits der steuerpolitischen Debatte standen ferner zahlreiche weitere praxis-relevante Fragestellungen aus den Bereichen Abgabenordnung und Umsatzsteuer auf der Agenda: Vor dem Hintergrund der seit 1. Januar 2015 geltenden Neuregelung der Selbstanzeige wurde von Ulrich Meißner, VDMA Steuern, der Frage nachgegangen, wie sich eine bloße Berichtigungserklärung von der Selbstanzeige abgrenzt. Überdies wurden die Punkte „Schnellreaktionsmechanismus“ und „Umkehr der Steuerschuldnerschaft für Metalle“ angesprochen und das BFH Urteil vom 28. August 2014, wonach Betriebsvorrichtungen keine Bauwerke i.S.v. § 13b UStG sind, erörtert.

Darüber hinaus wurde neben der Handhabung von Betriebsveranstaltungen nach dem In-Kraft-Treten des neuen § 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG zum 1. Januar 2015 auch das bilanzsteuerrechtliche Thema „Pensionsrückstellungen in der Niedrigzinsphase“ zum Gegenstand des ausführlichen Erfahrungsaustauschs mit den Steuerpraktikern aus den anwesenden Mitgliedsfirmen gemacht.

Bildquelle : Marco2811 - Fotolia

Möllemann, Klaus
Möllemann, Klaus