Clustertreff Industrie 4.0 – Erfolg braucht Vernetzung

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Rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik folgten am 25. März 2015 der Einladung von AutoCluster.NRW und ProduktionNRW nach Bochum, um sich branchenübergreifend über das Zukunftsthema Industrie 4.0 zu informieren und auszutauschen. Unter dem Titel „Industrie 4.0 in Produktion und in Lieferketten“ ging es darum, Chancen, Herausforderungen und Perspektiven dieser neuen Wertschöpfungslogik aufzuzeigen – nicht zuletzt anhand einiger sehr anschaulicher Praxisbeispiele. „Industrie 4.0 lässt sich nicht im Alleingang umsetzen. Es bedarf dazu insbesondere eines intensiven Miteinanders von Anbietern und potenziellen Anwendern“. In dieser Einschätzung waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung schnell einig.

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine vom BMWi in Auftrag gegebene Studie, die derzeit noch abschließend von der agiplan GmbH, dem Fraunhofer-Institut in Dortmund und Zenit GmbH in Mülheim mit besonderem Fokus auf mittelständische Unternehmen  bearbeitet wird. Denn gerade diese Unternehmen sind auf vielen Feldern einer Industrie 4.0 noch nicht zu Hause.

Aber auch bei größeren Unternehmen ist die Umsetzung von Industrie 4.0 noch eher Vision als Realität, wie Lars Gehrke von der Volkswagen AG betonte. Allerdings arbeitet der Automobilkonzern derzeit intensiv an einem dezentralen Fertigungskonzept für Elektrofahrzeuge.  Das entsprechende Forschungsprojekt  namens „Smart Face“ zielt dabei in einem ersten Schritt bewusst auf eine Kleinserienproduktion ab. Im Ergebnis soll dabei Mehr an Produktivität, Effizienz und Flexibilität stehen – und das in einer Produktion, die aufgrund höherer Produktvielfalt und Kundenindividualität immer komplexer wird.

Michael Matthesius, beim Detmolder Unternehmen Weidmüller Interface verantwortlich für Industrie 4.0, bestätigt: unsere Wirtschaft ist erst an der Schwelle zu einer neuen, dezentralen Organisation ihrer Produktion und Wertschöpfung. Sein Unternehmen kann aber schon vielfältige Praxisbeispiele bieten, sei es im Bereich der selbstkorrigierenden Fertigung, auf dem Feld der energieeffizienten Prozessoptimierung oder hinsichtlich einer intelligenten Antriebs- und Steuerungstechnik. Das Besondere dabei: Auch bestehende Maschinen lassen sich durch eine „Mechatronisierung“ Industrie 4.0 fähig machen.

Große Chancen verspricht Industrie 4.0 auch für die Dienstleister der Logistikbranche, wie Christian Prasse vom EffizienzCluster LogistikRuhr ausführte. Die Vision reicht von LKW, die Güter und Waren autonom transportieren, über Container, die ihre Be- und Entladung selbst organisieren, bis hin zu Regalen, die selbst ihren Nachschub organisieren. Das Forschungsprojekt Hub2Move will hierfür den Weg ebnen und die relevanten Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen.

Ein solches Miteinander von Unternehmen und Forschungsrichtungen wird auch im neuen Leitmarktwettbewerb Produktion.NRW angestrebt, wie Dr. Johannes Bauerdick vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk erläuterte. Industrie 4.0 und das Thema Effizienz in der Produktion stehen hierbei im Fokus der Förderung. Einzelheiten zu diesem Wettbewerb finden sich auf folgenden Websites www.efre.nrw.de und www.leitmarktagentur.nrw.de.

Die intensive und qualifizierte Diskussion der Teilnehmer machte deutlich: Industrie 4.0 bietet eine große Chance und wird sich durchsetzen – jedoch nicht als Revolution sondern eher als Evolution in vielen kleinen Schritten.

Interessierte sind herzlich zu unseren nächsten Veranstaltungen zur Thema Industrie 4.0 auf der Hannover Messe eingeladen.

Bildquelle : VDMA NRW