Industrie 4.0 auch für Finanzierungsexperten ein Thema

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Im Mittelpunkt des 15. Finanzierungstages standen die möglichen Veränderungen, die sich durch Industrie 4.0 für den Maschinen- und Anlagenbau ergeben.

Rund 100 Unternehmens- und Bankenvertreter nutzten die Veranstaltung am 3. Dezember im Düsseldorfer Industrieclub, um sich über das Thema sowie mögliche Implikationen in puncto Finanzierung zu informieren.

„Der Finanzierungsbedarf des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus wird wegen der Anforderungen an die Innovationskraft und die stärkere Globalisierung weiter steigen“, führte Dr. Josef Trischler, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft in die Veranstaltung ein. „Studien und eigene Erhebungen zeigen, dass es zurzeit keine nennenswerten Finanzierungsprobleme gibt.“

Mit seinem Beitrag zur Maschinenbaukonjunktur gab Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des VDMA einen Überblick über die aktuelle und zukünftige Lage. „Die Konjunktur kommt zurzeit nicht von der Stelle. Wir brauchen eine belastbarere Zuversicht und weniger Störfaktoren“, erklärte er.

Industrie 4.0: Evolution statt Revolution

In puncto Industrie 4.0 bietet Nordrhein-Westfalen schon jetzt wesentliche Technologien zur Lösung der mit dem Thema einhergehenden Herausforderungen. „Kunden werden verstärkt nach Gesamtlösungen verlangen. Je nach Segment sind zwei bis zehn Jahre für den Veränderungsprozess zu erwarten. Wichtig ist dabei, nicht zu warten, sondern den Migrationsweg aktiv zu gestalten“, mahnte Günter Korder, Geschäftsführer it’s OWL Clustermanagement. Grundsätzlich sei Industrie 4.0 als Evolution und nicht als Revolution zu sehen. Darüber hinaus erläuterte er die übergeordneten Merkmale von Industrie 4.0, wie die horizontale und vertikale Integration der Wertschöpfungsnetzwerke, die vernetzten Produktionssysteme sowie die Durchgängigkeit des Engineerings über den gesamten Lebenszyklus.

Geschäftsmodelle für die Zukunft

In der Podiumsdiskussion „Geschäftsmodelle des Maschinen- und Anlagenbaus bzw. Bankenbereichs werden sich in den nächsten Jahren ändern“ diskutierten Thomas Buschmann, Mitglied der Regionalen Geschäftsleitung West der Deutschen Bank AG, Bankenverband NRW, Bernd Kirschey, Geschäftsführender Gesellschafter der Centa Antriebe Kirschey GmbH und Vorstand VDMA NRW, Günter Korder, Geschäftsführer it’s OWL Clustermanagement sowie Dr. Josef Trischler.
Fazit der Diskussion

  • Der Markt bietet gute Finanzierungsmöglichkeiten zu guten Konditionen.
  • Auch Finanzierungsinstitute haben Know-how zu den Aspekten geopolitischer Risiken.
  • Immer den Blick am Markt haben und die Entwicklungen des Marktes folgen und Entwicklungen antizipieren.
  • Kunden werden verstärkt nach Gesamtlösungen fragen. Je nach Segment sind zwei bis zehn Jahre für den Veränderungsprozess zu erwarten – wichtig ist dabei nicht zu warten, sondern den Migrationsweg aktiv zu gestalten.

Bildquelle : VDMA NRW

Möllemann, Klaus
Möllemann, Klaus