Erfahrungsaustausch Entgeltrahmenabkommen (ERA)

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Am 4. Dezember 2014 fand bei der Firma ELHA-MASCHINENBAU Liemke KG der Erfahrungsaustausch zum Thema „Entgeltrahmenabkommen“ statt. Im Anschluss an zwei Praxisbeispiele fand eine Frage- und Diskussionsrunde statt.

Renate Worms, Personalleiterin, von der ELHA-MASCHINENBAU Liemke KG erklärte in ihrem Vortrag, wie ELHA-ERA zum 1. Januar 2008, mit einer Vorlaufzeit von 1 ½ Jahren, im eigenen, nicht tarifgebundenem Unternehmen eingeführt wurde. In der ersten Phase wurden die Unternehmensleitung, die Führungskräfte und der Betriebsrat von ELHA durch ein Beratungsunternehmen vom Arbeitgeberverband unterstützt und entsprechend geschult.

Unterschiedliche Entlohnungen im Lohn- und Angestelltenbereich wurden ersetzt durch ein einheitliches Entlohnungssystem und insgesamt 55 Arbeitsaufgaben zugeordnet. Ziel war es, Aufgaben und Aufgabenbereiche sicherer zu gestalten, anforderungsgerechter zu bewerten und letztendlich eine anforderungs- und marktgerechte Bezahlung im Grundentgelt sicherzustellen. Damit war es möglich, eine Relation zwischen Leistung und Entgelt neu zu bestimmen und jährliche Überprüfungen anhand von Leistungsbeurteilungen durchzuführen.

„Unser Anliegen und Ziel bei der Einführung von ELHA-ERA war es, durch eine zeitgemäße Entlohnung die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und durch ein Entgeltsystem ALLE Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine anforderungs- und marktgerechte Bezahlung der Tätigkeiten im Unternehmen zu gewährleisten, aber auch Bewährtes zu erhalten und Neues durch ELHA-ERA sinnvoll zu nutzen, erklärte Renate Worms. „Unser neues Entgeltsystem erfolgte in Anlehnung an den Tarif der Metall- und Elektroindustrie NRW.“

ELHA-MASCHINENBAU Liemke KG: Veränderungen durch ELHA-ERA

vor der ERA-Einführung nach der ERA-Einführung

10 Stunden (mehr oder weniger) einzelvertraglich mit dem monatlichen Entgelt abgegolten

Bleibt erhalten
Kein genereller Leistungszuschlag vorhanden Prozentualer Leistungszuschlag in Form einer Leistungsbeurteilung für Alle
Einige Arbeitsaufgaben wurden
zu hoch/zu niedrig bewertet
Gleichwertige Arbeitsaufgaben werden mit gleichem tariflichen Grundentgelt bezahlt
1 Prozent Überstundenzuschlag Fällt weg/ einzelvertragliche Regelung
Wöchtentliche Arbeitszeit 37,5 Stunden
(anstatt 35 Stunden)
Ausgleich über 0,5 Prozent übertarifliche Zulage
Bleibt erhalten
(wird einzelvertraglich geregelt)


Achim Müller, Personalreferent Grundsatzfragen bei SMS Siemag AG und Projektleiter der ERA-Einführung stellte vor, wie  ERA in einem tarifgebunden Unternehmen umgesetzt  wurde. Der ERA-Tarifvertrag wurde im  Mai 2007 für rund 2.100 Mitarbeiter eingeführt.

Ergänzend zu ERA wurden bei der SMS Siemag AG spezielle an die Erfordernisse des Unternehmens angepasste Tarifvereinbarungen zu Leistungseinschätzung, Gruppen- und Ausbilderzulagen sowie den Einstieg nach der Berufsausbildung mit der IG Metall und dem Arbeitgeberverband geschlossen. Ein bestehendes unternehmensspezifisches Vergütungssystem für gewerbliche Angestellte wurde weiterentwickelt und an ERA gekoppelt.

Im Rahmen der ERA-Einführung wurden rd. 500 Aufgabenbeschreibungen durch die Disziplinarvorgesetzten erstellt und in einer ERA-Projektgruppe – bestehend aus Vertretern des Bereiches Personal und der Betriebsräte standortübergreifend bewertet. Oberstes Ziel bei der ERA-Einführung war, in allen Betrieben und Bereichen des Unternehmens gleiche Aufgaben auch gleich zu bewerten und zu vergüten.

Dieses Ziel wurde mit der ERA-Einführung erreicht. Auch die enge Zusammenarbeit der Betriebsparteien in der ERA-Projektgruppe hat sich bewährt und wird seitdem im Rahmen von innerbetrieblichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsaufgaben, fortgesetzt. Es wurde erreicht, einen wechselseitig akzeptierten Bewertungsmaßstab zu schaffen und fortzuentwickeln. „Bei ERA handelt es sich um ein etabliertes Vergütungssystem mit einer guten Systematik zur einheitlichen Bewertung aller betrieblichen Funktionen. Es gibt gute Möglichkeiten zur  Anpassung an spezifische  betriebliche Erfordernisse. Zudem wird ERA wegen seiner Transparenz akzeptiert“, zieht Achim Müller Bilanz nach acht Jahren ERA.

In der abschließenden sehr regen Diskussion wurde über Herausforderungen und Fragen zu ERA gesprochen.

Mehr Informationen können bei Annette Petereit (annette.petereit@vdma.org) angefordert werden.

Bildquelle : ELHA-MASCHINENBAU Liemke KG

Petereit, Annette
Petereit, Annette