Auf dem Weg zu Industrie 4.0

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Derzeit besteht – einmal mehr – große Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung. Die Zeiten verlässlicher Konjunkturzyklen scheinen vorüber, das kurzfristige Auf und Ab wird fast zur Regel. Aber auch darüber sind schnellere Reaktionszeiten nötig: die Technologie- und Produktzyklen haben sich nochmals verkürzt, die Kundenwünsche werden immer individueller und die Forderungen nach kurzfristiger Lieferung an nahezu jeden Punkt der Erde fast zur Selbstverständlichkeit.

Viele Hoffnungen liegen auf der Industrie 4.0. Die Produktion soll dadurch flexibler, schneller und kundenindividueller werden – so die Vision. Der Weg in diese neue Wertschöpfungslogik ist allerdings noch nicht genau vorgezeichnet. In einigen Unternehmen gibt es schon viel versprechende Teillösungen, aber von einer weltweit vernetzten Komplettlösung sind fast alle noch ein ganzes Stück entfernt.

Was kann Industrie 4.0 perspektivisch leisten und wie müssen – gerade mittelständische Unternehmen – heute agieren, um für eine solche intelligente Produktion von morgen gerüstet zu sein? ProduktionNRW greift diese Fragen in seiner Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zu Industrie 4.0“ regelmäßig auf und war am 17. September 2014 mit mehr als 40 Teilnehmern zu Gast bei der Firma Norgren in Alpen, die zudem die Gelegenheit zu einem umfassenden Firmenrundgang bot.

Vorreiterrolle bei Industrie 4.0 – Forschungskooperationen helfen

Die Experten zeigten sich in einem Punkt sehr schnell einig: Deutschland – und hier insbesondere Nordrhein-Westfalen – besitzen beste Chancen, eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung von Industrie 4.0 einzunehmen: Wirtschaft und Wissenschaft sind – gerade auch über leistungsfähige Clusterstrukturen – bestens miteinander vernetzt. Kaum sonst wo auf der Welt finden sich so viele potenzielle Anwender auf engstem Raum. Das gilt insbesondere für den Maschinenbau. Er kann in besonderer Weise als Integrator von Industrie 4.0 dienen.

Eine festgelegte Route zur Umsetzung von Industrie 4.0 gibt es dafür allerdings nicht, denn zu unterschiedlich sind die technologischen Anforderungen und Marktchancen in den einzelnen Industriesegmenten. Wichtig ist es, die eigene unternehmerische Situation individuell zu analysieren und daraus mögliche Geschäftsmodelle abzuleiten. Und dann heißt es, „mit einem möglichst klaren Zeithorizont einfach mal anzufangen“, wie es ein Teilnehmer der Tagung formulierte.   

Wirtschaft und Wissenschaft in NRW können dabei künftig auch im Rahmen von öffentlich geförderten Förderprogrammen das Thema Industrie 4.0 gemeinsam vorantreiben. Das Land Nordrhein-Westfalen wird seine künftigen EFRE-Leitmarktwettbewerbe entsprechend ausgestalten. Der erste Call wird im März 2015 erfolgen.
 

Bildquelle : Hannover Messe