Strategieabend Maschinenbau

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„Maschinenbau – quo vadis?“ – dieser Frage gingen die Teilnehmer des von ProduktionNRW organisierten Strategieabends Maschinenbau am 10. September 2014 im Industrieclub in Düsseldorf nach.

Bis dato sind Internationalisierung und Spezialisierung wichtige Erfolgsfaktoren für die – zumeist mittelständisch geprägten – Anbieter des Maschinen- und Anlagenbaus. Für die Zukunft steht die Branche jedoch vor vielfältigen Herausforderungen: Die Entwicklung der Konjunktur wird aufgrund zahlreicher Unsicherheiten und der fortschreitenden Globalisierung immer unberechenbarer. Demgegenüber stehen zunehmend individuelle Kundenanforderungen. Darüber hinaus steht mit China eine Marktmacht in den Startlöchern, die die bisherige Logik der Branche grundlegend verändern könnte.

„Der derzeitige beginnende Konjunkturaufschwung zeigt eine geringe Dynamik und ist sehr anfällig für externe Schocks. Man kann sich auf nichts verlassen. Für den mittelständischen Maschinenbau wird es immer schwieriger, sich darauf einzustellen“, beschreibt Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des VDMA, die aktuelle Situation im Maschinenbau.

Eigenen Vorsprung nutzen

„Die deutschen Maschinenbauer sind Patentweltmeister – Neues, entsteht häufig in enger Zusammenarbeit mit Zulieferern und Abnehmern“, sagt Dr. Kurt Demmer, Chefvolkswirt, IKB Deutsche Industriebank AG Vor diesem Hintergrund wird es umso wichtiger, den bestehenden Technologie- und Wettbewerbsvorsprung, auszunutzen und Strategien für morgen zu entwickeln.

Internationalisierung – Herausforderung in neuer Qualität

Der Maschinen- und Anlagenbau ist zunehmendem Wettbewerbsdruck insbesondere aus Asien ausgesetzt. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit hinsichtlich der osteuropäischen Märkte. „Es ist von großer Bedeutung auszuloten, welche Möglichkeiten der Internationalisierung und welche interessanten Länder es in der zweiten Reihe gibt“, erklärt Demmer. „Grundsätzlich gilt, wer im Ausland erfolgreich sein will, muss vor Ort sehr gut vernetzt sein. Das gilt insbesondere für den chinesischen Markt, da China auch in Zukunft die Weltwirtschaft antreiben wird.“

Erfolgreich im dynamischen Umfeld

Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg ist eine klare strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Konzentration auf die Kernkompetenzen sowie die Sicherung der Prozessqualität als Basis für Wachstum und Profitabilität. Des Weiteren gilt es, klare Differenzierungs- und Innovationspotenziale gegenüber dem Wettbewerb herauszuarbeiten, so dass Wachstumspotenzial in neuen Märkten erschlossen werden kann.

„Der deutsche Maschinenbau braucht sich auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb nicht zu verstecken. Er sollte Unternehmens- und branchenübergreifende Kooperationen nutzen, seine Markt- und Technologiestärke auszubauen“, zieht Wiechers das Fazit der Veranstaltung.
 

Bildquelle : markus dehlzeit--Fotolia