Schulung und Training in dezentralen Serviceorganisationen

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Moderne Methoden zur Information und zum Training des häufig weltweit verteilten Servicepersonals standen im Mittelpunkt des Erfahrungsaustauschs bei DMT in Essen. Das Internet und immer leistungsfähigere IT Hardware und Softwarelösungen eröffnen dem Maschinenbau neue und zum Teil sehr kostengünstige Möglichkeiten.

„Das oft angeführte E-Learning dient dabei als Oberbegriff für unterschiedliche Methoden wie Web Based Training – WBT, Web-Seminare – Webinare, Massive Open Online Course – MOOC und Blended Learning, der Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen mit elektronischen Angeboten“, stellte Thomas Riegler vom VDMA Fachverband Software die grundsätzlichen Möglichkeiten des E-Learnings klar.

Nicht die Technologie, sondern die Strategie entscheidet

Breite Zustimmung bei den 42 Veranstaltungsteilnehmern fand die Definition der wichtigsten Erfolgsfaktoren für E-Learning, wie zum Beispiel

  • Zielgruppengerechte Angebote
  • Werbung für E-Learning
  • Anreizmodelle für die Nutzung
  • Nachhaltigkeit des Angebots
  • Stabilität des technischen Systems


Webinare als moderne Fortbildungsmethode

Das Internetportal CNC-Arena bietet seit 2013 Webinare an und unterstützt seine Mitglieder bei der Durchführung. Stefanie Zaar, Online Redakteurin der CNC-Arena, gab einen Einblick in die Vorbereitung, den Ablauf und die Nachbereitung eines Webinars. Technische Voraussetzungen und die unterschiedlichen Sichten des Moderators und der Teilnehmer wurden ebenso angesprochen wie die potenziellen Schwierigkeiten. Die Diskussion im Teilnehmerkreis zeigte, dass Webinare noch nicht sehr verbreitet sind, bei den aktiven Nutzern aber sehr positiv bewertet werden. „Webinare bieten eine kostengünstige Möglichkeit des interaktiven Live Trainings und Informationstransports“, Zaar.

Informationsvermittlung an Techniker

Organisation und Methoden Informationsvermittlung an Techniker stellte Peter Kankowski von Mitsubishi Electric Europe aus Ratingen vor. Der CNC Service Europe schult seine Servicetechniker in verschiedenen Bereichen, die von Compliance über IT bis zu persönlichen Soft Skills reichen.

Die fachliche Produkt- und Serviceschulung wird dabei in mehrstufigen Modulen in verschiedenen Qualifikationsstufen und an unterschiedlichen Orten organsiert. Neben der Präsenzschulung für Produktspezialisten werden webbasierte E-Learning Module und ein verbindliches „Monday Morning Training“ für Produktspezialisten genutzt. Unterlagen zum Selbststudium stellt Mitsubishi Electric im Intranet bereit. Ein Parts Tracking System stellt Transparenz über den Einbau von Teilen her und ermöglicht gezielte Service- und Trainingsmaßnahmen.

Mobile Lösungen

„Dem mobilen Internet gehört die Zukunft“, so Knut Hirsch von DMT. Die Erstellung von Service- und Vertriebsapplikationen, die sogenannten Enterprise Mobility Apps, bieten die Möglichkeit automatisiert Daten und Dokumente bereitzustellen, zu aktualisieren und zu teilen. Dabei ist keine ständige Verbindung zum Internet erforderlich und Performance und Sicherheitsfragen sind ohne großen Aufwand lösbar.

3D Visualierung – Bilder statt Sprache

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ und eine 3D-Visualisierung erlaubt inzwischen eine animierte Virtual Reality mit interaktiver Nutzung. Der Techniker sieht nicht nur einen animierten Film, sondern hat die Möglichkeit, an beliebigen Stellen der interaktiven Wartungskarte die Kameraperspektive zu wechseln, Explosionsdarstellungen aufzurufen, Schnitte zu legen und schrittweise Anleitungen aufzurufen. Eine Anwendung, die DMT für Putzmeister realisiert hat, zeigte eindrucksvoll die vielfältigen Möglichkeiten Informationen visuell bereitzustellen. Die rasante Entwicklung von Informationstechnologien eröffnet auch für den Service und Vertrieb kostengünstige Anwendungsmöglichkeiten.

Fazit des Erfahrungsaustausches

Die Teilnehmer erhielten viele Anregungen, wie Trainings heute multimedial unterstützt werden können und das Präsenztraining ergänzt werden kann. Bei der Auswahl und Umsetzung sind der Wille und die Strategie entscheidend und nicht die Technologie. Dabei sollte schrittweise vorgegangen und ein Angebot entwickelt und nicht der große, einmalige Wurf gesucht werden. Darin bestand zwischen Referenten und Teilnehmern in der Diskussion Einigkeit.
 

Bildquelle : beermedia--Fotolia

Seelen, Hans
Seelen, Hans