Rückblick: Know-how im Maschinenbau ist schutzbedürftig! Ist Ihr Unternehmen spionagesicher?

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Das Thema Spionage ist für Unternehmen ein sensibles und äußerst heikles Thema und wird von kleinen und mittelständischen Unternehmen häufig nicht recht ernst genommen. Doch im globalen Wettbewerb hängt die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus maßgeblich davon ab, Forschungswissen und innovative Entwicklungen zu schützen. Wer einen entscheidenden Know-how-Vorsprung gegenüber seinen Wettbewerbern hat – und sei die Marktnische auch noch so klein – steht im Fadenkreuz der Industrie- und Wirtschaftsspione!

IT-Leiter und Geschäftsführer trafen sich bei einem von ProduktionNRW organisierten Erfahrungsaustausch am 26. Juni in Leichlingen.

Hans-Peter Fries, Key Account Manager Business Security, @-yet GmbH gab einen Einblick in die vielfältigen Methoden, auf die bei der Spionage zurückgegriffen wird, um an das Kern-Know-how der Unternehmen zu gelangen, wie zum Beispiel Kontaktaufnahme und Vertrauensgewinnung über soziale Netzwerke. Durch eine Live-Demonstration wurden die Teilnehmer des Erfahrungsaustausches zusätzlich sensibilisiert. Das A und O des Know-how-Schutzes liegt darin, die existenzkritischen Daten des Unternehmens) zu identifizieren und zu schützen – die in der Regel weniger als fünf Prozent der gesamten Unternehmensdaten ausmachen.

Anhand beunruhigender Zahlen aus der im April 2014 veröffentlichten Studie zur Produktpiraterie führte Steffen Zimmermann, VDMA I-Team und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft protect-ing.de, in das Thema ein und gab mit zwei Praxisbeispielen den Teilnehmern Ideen an die Hand, wie man sich gegen Know-how-Abfluss schützen kann.

Volker Hinzen der Abteilung Spionageabwehr des Verfassungsschutzes des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, machte in seinen Ausführungen deutlich: Wirtschaftsspionage ist sogar in zahlreichen Ländern in den Gesetzen oder Aufgaben einzelner Behörden verankert.

Daniel van Geerenstein von der Rechtsabteilung des VDMA in Frankfurt beleuchtete den Know-how-Schutz von der urheberrechtlichen Seite und gab Tipps für den vertraglichen Schutz von Informationen. Darüber hinaus erläuterte er die Möglichkeiten, wenn es zu einem Verdachtsfall von Spionage gekommen ist.

In der abschließenden, intensiven Diskussion blieb die Frage offen, wie der Spagat zwischen Know-how-Schutz und einer anwenderfreundlichen Bedienung zu realisieren sei – ein wichtiges Thema mit Hinblick auf Industrie 4.0.

Fazit der Veranstaltung: „Die größte Sicherheitslücke ist der Mensch!“ Sei es arglos durch Teilnahme an technischen Diskussionen in Foren, bis hin zu vorsätzlicher Spionage, wobei die eigenen Mitarbeiter mit einem Anteil von 70 Prozent an oberster Stelle (von was?) stehen.

Einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten zu Informationssicherheit, Produktpiraterie und Know-how-Schutz finden sie in diesem VDMA-Infoblatt.
 

Bildquelle : Mauritius Images

Fürstenau, Brigitte
Fürstenau, Brigitte