Industrie 4.0 – Mehr als nur die Vernetzung von Maschinen

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Rund 90 Teilnehmer informierten sich über neueste Entwicklungen auf der von ProduktionNRW organisierten Tagung „Auf dem Weg zu Industrie 4.0“. Die Tagung fand im Rahmen der Metav am 12. März in Düsseldorf statt.

Industrie 4.0 ist ein logischer Entwicklungsschritt, den Maschinenbau sowie Informations- und Kommunikationstechnologie gemeinsam beschreiten müssen. „Unsere Industrie steht vor großen Herausforderungen. Wir brauchen die Technologien, Produkte und Prozesse des Maschinenbaus, um sie bewältigen zu können“, betonte Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, bei Eröffnung der Fachtagung. Fakt ist, dass Industrie 4.0 ein Megathema mit vielen Facetten ist, das immer mehr Aufmerksamkeit in der Branche findet. Kern ist die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und Werkstücken – und zwar über das Internet, weltweit und in Echtzeit. Die Produktion soll dadurch kundennäher, schneller und flexibler werden.

Menschen entlasten – nicht ersetzen

„Industrie 4.0 erfordert gigantische Ausmaße der Vernetzung. Es existieren bislang viele effiziente Einzellösungen. Diese sind aber noch nicht in dem Ausmaß miteinander vernetzt, wie sie könnten“, erklärt Ferdinand Hasse, Vice President SU Manufacturing Solutions von Phoenix Contact GmbH & Co. KG stellvertretend für die Branche den Hintergrund, warum weltweit vernetzte Komplettlösungen noch rar sind.

Dr. Michael Lenders, Leiter Technik, Systeme für Tankstellen von Scheidt & Bachmann sagt: „Die Umsetzung von Industrie 4.0 funktioniert nur in Netzwerken.“ Und Jörn Lehmann von der Plattform Industrie 4.0 ergänzt: „Die Industrie 4.0 bringt uns weg von etablierten Wertschöpfungsketten hin zu einer virtuellen Ad-hoc-Organisation, die Regeln und dem Takt des Menschen folgen muss. Schließlich soll Industrie 4.0 den Menschen entlasten und ihn bei Entscheidungen unterstützen!“

Denken in Netzwerken

Professor Dr. Günther Schuh, Mitglied des Direktoriums des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen zufolge, werde das Denken in Netzwerken zum Ideal der Produktion und erlaube drastische Produktivitätssteigerungen. Wichtig seien mehr Visionen bei der Entwicklung von Möglichkeiten und Geschäftsmodellen.
Auf die Risiken der Vernetzung im Rahmen von Industrie 4.0 verwies David Heinze, Leiter globales Marketing für Industrial Security der Siemens AG und machte die Themen Sicherheit, Risikoanalyse und -überwachung sowie einen umfassenden Know-how-Schutz zum Thema.

Handlungsempfehlungen

  • Entwicklung einer Vision und eines Zielbildes
  • Maschinenbauer sollen sich in kleinen Etappen bewegen
  • Vorhandene Technologien nutzen und entsprechend des Zielbildes weiterentwickeln

Austausch mit Informationstechnologen um Möglichkeiten für konkrete Geschäftsideen auszuloten

Fazit

Die Veranstaltung hat das Thema Industrie 4.0 mit alle seinen Chancen und Herausforderungen in das Bewusstsein gerufen. Potenzielle Anwender aus dem Werkzeugmaschinenbau sind gefordert, ihre Anforderungen an eine intelligente Produktion von morgen zu formulieren.

 

Bildquelle : VDMA NRW