Ideapreneurship und flache hierarchische Organisationsstrukturen

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Die zunehmende Digitalisierung lässt langjährig gewachsene Organisationsstrukturen an ihre Grenzen stoßen. Neue Organisationsformen und Management-Modelle sind gefragt. Im vorgestellten Modell des Ideapreneurship-Ansatzes hat das Nächste Unternehmen flachere Hierarchien, ist innovationsgetrieben und agiert vernetzter. Hierarchisch flache Netzwerkorganisationen rücken in den Mittelpunkt zukunftsfähiger Managementstrukturen. Beim Unternehmen der Zukunft wird eine Vielzahl von Akteuren Ideen und Wachstum generieren und Autonomie, Innovationskraft sowie Motivation erzeugt.

Professor Joachim Weber, Hochschule Mannheim, präsentierte die Veränderungen auf die Managementebene der Unternehmen durch Industrie 4.0. Führungskräfte gehen nicht mehr davon aus, alle relevanten Informationen für eine Entscheidung zu kennen oder auch in Zukunft über ausreichende Informationen zu verfügen. Die Mitarbeiter generieren mehr und bessere Ideen, weil sie wie Unternehmer denken (müssen). Wie dies an einer Schule funktionieren kann, zeigte Thomas Simmerl, Vorstand der Neuen Schule Hamburg. In dieser demokratischen Schule haben die Schüler die gleiche Verantwortung wie die Lehrer. Sogar über die Verwendung des Schuletats wird demokratisch abgestimmt.

Christopher Mars, Mars Consulting, präsentierte Beispiele von Unternehmen, die bereits konsequent das Managementkonzept der flachen Hierarchien umgesetzt haben und so die Ideenfindung aus den Mitarbeiterstab gefördert wird. Vor allem das Beispiel W.L Gore & Associates GmbH (Hersteller von Gore-Tex) beeindruckte. Wechselnde Team-Leader für einzelne Projekte benötigen das Vertrauen und den Rückhalt von anderen Mitarbeitern (Follower), was in einem ständigen Prozess von Kommunikation und Monitoring erfasst und beobachtet wird.

Die praktische Umsetzung der zunehmenden Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle und in die Produktion nahm Dr. Markus Köster von Weidmüller Interface GmbH & Co. KG vor. Sein Fazit: Die Digitalisierung und Industrie 4.0 Technologien eröffnen neue Möglichkeiten zur Steigerung der Maschinenverfügbarkeit und der Produktivität. Die zunehmende Informationstransparenz unterstützt den Mitarbeiter in seinen Entscheidungsfindungen.

Im abschließenden Workshop nach der World-Café-Methode wurden die Themen vertieft, wobei die Referenten mit ihrem Expertenwissen aktiv mit den Teilnehmern zusammenarbeiteten und so zu einem gelungenen Wissenstransfer beitrugen.

Bildquelle : Sergej Khackimullin--Fotolia

Möllemann, Klaus
Möllemann, Klaus