Polen – ein strategischer Markt in Europa

id:12642709

Stabiles Wachstum hat in den letzten Jahren Polens Wirtschaft geprägt. Auch der Maschinenbau hat hiervon profitiert und ein Exportvolumen über 5 Milliarden Euro. erreicht. Bei dem von ProduktionNRW organisierten Erfahrungsaustausch in Dortmund diskutierten die Teilnehmer auch über Polen als Produktionsstandort und polnische Unternehmen als Investoren in Deutschland.

Für NRW belegt Polen inzwischen Rang fünf der Exportrangliste und liegt damit vor den Niederlande und Italien. Deutsche Hersteller decken mehr als ein Drittel des Bedarfs ab. Yvonne Heidler, VDMA Außenwirtschaft betonte die guten Voraussetzungen für weiteres Wachstum oberhalb des EU Durchschnitts. Polen hat einen großen Binnenmarkt, gut ausgebildete Fachkräfte und inzwischen eine breite Zulieferbasis und gute Infrastruktur. Die EU Mittel werden gezielt zur Entwicklung der Wirtschaft eingesetzt.

Michael Ludden, geschäftsführender Gesellschafter der Sutco Recyclingtechnik GmbH berichtete aus mehr als zwanzig Jahren Erfahrung mit einem eigenen Fertigungsstandort in Polen. Er bestätigt den Wandel von der verlängerten Werkbank zu einem Standort, der heute ein eigenständiges Engineering hat und ein regionales Lieferantennetzwerk nutzen kann. Hemmende Nachwirkungen des früheren Wirtschaftssystems, wie zum Beispiel starke Hierarchieorientierung, sind bei der jüngeren Generation überwunden. Der Standort ist auf über 300 Mitarbeiter gewachsen und bearbeitet seinen Heimatmarkt eigenständig.

Frank Herrmann von der südwestfälischen IHK zu Hagen stellte als Vertreter der Schwerpunktkammer für Polen die Leistungsangebote der Außenhandelskammer und Industrie- und Handelskammern vor. Verschiedene Delegationsreisen von NRW.International bzw. des Bundeswirtschaftsministeriums, BMWi, bieten günstige Gelegenheiten zur Markterkundung in verschiedenen Zielbranchen (lesen Sie hierzu auch unsere Rubrik Branchentermine). Als besondere Stärke stellte er die Anwesenheit vieler deutscher Mittelständler in Polen heraus. Dies sichert ein stabiles regionales Zuliefernetzwerk.

Georg Cluse, Geschäftsführer von SECO/WARWICK Germany GmbH, berichtete von der Firmengründung und der Investorensuche zur Absicherung des weiteren Wachstums. Unter verschiedenen internationalen Optionen haben sich die Gesellschafter vor einigen Jahren für einen polnischen Investor entschieden. Er betonte die hohe fachliche Kompetenz der Muttergesellschaft, die Offenheit für neue Lösungen und eine hohe Innovationskraft. Polen hat gute technische Universitäten und Institute, das Engineering konzentriert sich auf Großstädte, da junge Ingenieure nicht aufs Land wollen. Polen ist kein Standort mehr für einfache Produkte, hier sieht er Rumänien, Ungarn und Tschechien im Vorteil.

Im abschließenden Workshop zur Marktbearbeitung kamen viele Erfahrungen aus dem Kreise der 29 Teilnehmer zur Sprache. Schwerpunkte dabei waren Fragen der Distributorensuche, der Mitarbeitergewinnung und zu Polen als Beschaffungsmarkt.

Bildquelle : Adrian

Seelen, Hans
Seelen, Hans