Finanzierungstag fokussiert Auslandsmärkte

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Im Mittelpunkt des 16. Finanzierungstages in Nordrhein-Westfalen standen die Internationalisierungsstrategien im Maschinenbau.

Die geopolitischen Entwicklungen des vergangenen Jahres rückten die Auslandsmärkte wieder in den Blick des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Russlandkrise, die wirtschaftlichen Krisen in einigen Schwellenländern sowie das Stocken des chinesischen Wachstums stellen schwer kalkulierbare Risiken dar. Positive Aussichten scheinen sich demgegenüber für Länder wie die USA und den Iran abzuzeichnen. Rund 100 Unternehmens- und Bankenvertreter nutzten den Finanzierungstag am 18. November im Düsseldorfer Industrie-Club, um sich über mögliche Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Finanzierung auszutauschen.

Langfristige Perspektive im Auge behalten

„Eine hohe Rohstoffabhängigkeit, eine niedrige Industrieproduktion und eine hohe Importabhängigkeit offenbaren die Strukturschwäche der russischen Wirtschaft, deren momentane Rezession durch die politischen Konflikte noch verstärkt wird“, führte Monika Hollacher von der VDMA Außenwirtschaft in die Veranstaltung ein. „Bedingt durch Rubelkrise, Ölpreisrückgang, hohe Zinsen und Finanzsanktionen verteuerten sich Finanzierungen.“ Dies beschleunigt den Vormarsch von Wettbewerbern, die günstiger sind und aus Ländern kommen, die nicht an den Sanktionen beteiligt waren. Umso wichtiger ist es, die langfristige Perspektive nicht aus dem Auge zu verlieren, die Strukturen anzupassen und Kosten zu reduzieren. Vor allem gilt es, Flagge zu zeigen und Kontakte zu halten, was in Russland sehr geschätzt wird.

Internationalisierungsstrategien im Maschinenbau

Siegfried Koepp, Vorsitzender des VDMA NRW und Vorsitzender der Geschäftsführung EMG Automation GmbH, gab einen Überblick über den Weltmarkt und die Auslandsinvestitionen des deutschen Maschinenbaus. Er betonte: „Für ein erfolgreiches Auslandsgeschäft ist lokales Management einer der wichtigsten Schlüssel, um vor Ort als deutsches Unternehmen gute Kundenbeziehungen aufzubauen und zu pflegen.“

Mit seinem Beitrag zur Maschinenbaukonjunktur erläuterte Dr. Ralph Wiechers, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des VDMA die aktuelle Lage: „Wir hatten auf einen zyklischen Aufschwung gehofft. Obwohl es zu Beginn des Jahres noch gut lief, müssen wir am Jahresende insgesamt mit einer Seitwärtsbewegung der Maschinenproduktion zufrieden sein. Trotz Rückenwind bleibt das wirtschaftliche Umfeld schwierig. Insgesamt befinden wir uns auf einem hohen Niveau, vermissen aber den Zyklus.“

Digitalisierung auch international von Vorteil

In der Podiumsdiskussion „NRW-Maschinenbau in der Welt“ diskutierten Monika Hollacher, Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, Siegfried Koepp, Claus Momburg, Vorstand der IKB Deutsche Industriekreditbank, Bankenverband NRW und Dr. Ralph WiechersVDMA, Mitglied der Hauptgeschäftsführung VDMA.

  • Finanzierungen müssen auf Rechtssicherheit von Geschäften basieren.
  • Grundlage für eine funktionierende Internationalisierungsstrategie sind persönliche Kontakte
  • Der Markt bietet gute Finanzierungsmöglichkeiten zu guten Konditionen
  • Durch TTIP geht der Aufwand, den der deutsche Maschinen- und Anlagenbau mit dem amerikanischen Markt hat, zurück.
  • Die Digitalisierung bewirkt, dass der Zielkonflikt zwischen den Kosten der Individualisierung und dem Nutzen von Skaleneffekten bei größeren Losgrößen – auch auf den internationalen Märkten – geringer wird.
  • Der durch Industrie 4.0 erarbeitete Vorsprung ist auch im internationalen Wettbewerb für den Maschinenbau von Vorteil.
     

Bildquelle : VDMA

Möllemann, Klaus
Möllemann, Klaus