Effektives Variantenmanagement

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Variantenmanagement ist eine effektive Methode zur Planung, Vermeidung, Reduzierung und Beherrschung individueller Produktausführungen. Ganzheitlich angewendet und im Produktlebenszyklusmanagement verankert, eröffnet es die Chance, Geschäftspotenziale gezielt zu verbessern. Rund 70 Teilnehmer tauschten sich in dem bei Haver & Boecker OHG stattfindenden Erfahrungsaustausch darüber aus, wie eine erfolgreiche Umsetzung aussehen kann.

Neuer Blick auf die Angebotserstellung

Configure, Price, Quote – kurz CPQ-Lösungen – beschleunigen, vereinfachen und optimieren den gesamten Angebots- und Auftragsbearbeitungsprozess. Darüber hinaus unterstützen sie die Bedarfsanalyse, die Konfiguration, den Genehmigungsprozess und die Vertragserstellung. Sie erlauben kürzere Durchlauf- und Lieferzeiten durch fehlerfreie Produkt- und Leistungsbeschreibungen, die wiederum in Verbindung mit CAD- und ERP-Systemen den nachgelagerten Aufwand für Konstruktion, Stücklisten- und Arbeitsplanerstellung deutlich reduzieren können.

Um dem zunehmenden Wettbewerb in den internationalen Märkten mit „Best Solutions“ zu einem günstigen Preis mit schneller Lieferung „Made-in-Germany“ entgegenzutreten, bedarf es neben professionellen CPQ-Tools zunächst einem Umdenken in vielen Maschinenbauunternehmen: - die Frage lautet „Verkaufen Sie das, was Sie heute bauen können oder bauen sie zukünftig genau das, was Sie verkaufen wollen?“ regt Holger Senn, Sales Manager der camos Software und Beratung GmbH, zur Überlegung an. Das bedeutet in den Unternehmen zudem einen Wandel vom „Produktvertrieb“ hin zum „Lösungsvertrieb“ für die zunehmend komplexeren Anforderungen der Kunden.

Effizienz führt zum Erfolg

Bernhard Pagenkemper, Chief Sales Officer bei Haver & Boecker, erläuterte wie eine CPQ-Lösung in der betrieblichen Praxis aussehen kann. Er gab Tipps für die Umstellung auf einen solchen Prozess bei der Angebotserstellung. So spielen die Rahmenbedingungen für das einzusetzende Produkt, die Produkt- und Leistungsdaten sowie die spezifischen Anlagenausprägungen eine ausschlaggebende Rolle. Die Gestaltung der Nutzeroberfläche, die Anpassung der kaufmännischen Angebotskalkulation und die systemtechnischen Rahmenbedingungen sollte man immer im Blick haben, damit die Produktkonfiguration nahtlos in die bestehende IT-Landschaft integriert werden kann. „Unser Ziel war, bei allen Tochterunternehmen und Vertriebspartnern ein global einheitliches Angebotssystem zu etablieren. Hierzu haben wir uns im Vorfeld weltweit mit allen Betroffenen abgestimmt. Mit Erfolg: Wir konnten die Anzahl der Angebote, die insgesamt unser Haus verlassen, nahezu verdoppeln, ohne dafür die Mitarbeiterzahl zu verändern!“, so Pagenkemper.

Software-Umstellung gesamthaft angehen

Für alle über die Angebotserstellung hinausgehenden Softwarelösungen entschied man sich bei Haver & Boecker für das Enterprise-Ressource-Planning (ERP), das die betrieblichen Ressourcen wie Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material, Technik und IT-Systeme bedarfsgerecht plant und steuert, so dass die betriebliche Wertschöpfung optimiert wird. Gemeinsam mit dem Softwarehaus itelligence hat man seine Altsysteme abgelöst und durch eine SAP-ERP-Lösung ersetzt.

Vincent Delatour, Leiter Mechatronische Konstruktion bei Haver & Boecker betont: „Die Herausforderung besteht darin, dass die einzelnen Komponenten alle in vielfältigen Abhängigkeiten zueinander stehen. Man muss den Prozess zwingend ganzheitlich angehen, wenn er erfolgreich sein soll und durchgängige Abläufe bringen sowie den Arbeitsaufwand reduzieren soll.“

Auch Dr. Hans-Joachim Langen, Berater für PLM/VC bei itelligence AG, sieht die Prozessintegration als zentralen ERP-Erfolgsfaktor: „Besonders durch die vollständige Verankerung der Variantenkonfiguration im SAP-ERP-System in den Bereichen Vertrieb, Engineering und Logistik können Handling und Pflege entlang der Wertschöpfungskette durch die Verwendung einer Stammdatenbasis deutlich reduziert werden. Auf Seiten der Anwender erleichtert es ein abteilungsübergreifendes Arbeiten durch ein gleiches Verständnis. Auf Seiten der IT wird die Komplexität bei der technischen Betreuung und Weiterentwicklung reduziert.“

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Bildquelle : Haver & Boecker oHG

Fürstenau, Brigitte
Fürstenau, Brigitte